Hast du sie auch schon oft gehört, die gut gemeinten Ratschläge, die Hoffnung auf eine zweite Chance mit deinem Ex endlich aufzugeben?
„Vergiss’ ihn, du hast etwas besseres verdient.“
„Akzeptiere doch endlich, dass es vorbei ist, er kommt nicht mehr zurück zu dir, sieh nach vorn”

So wahr diese Aussagen im Kern auch sind, in der Realität eines frisch getrennten,
sind diese Dinge kaum umsetzbar und sie verfehlen am Anfang sogar ihre Wirkung gänzlich.
Wie soll man denn die Hoffnung aufgeben, wenn man noch so sehr liebt?
Und warum sollte man das überhaupt tun?

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit zurück, als ich mit meiner Trennung konfrontiert war und vor lauter Schmerz nicht mehr wusste wohin mit mir.
Es tat so höllisch weh, dass ich kaum atmen konnte.
Es fiel mir schwer morgens überhaupt aufzustehen.

Ein radikaler Schnitt macht Angst

Und dann sollte ich nach vorne schauen?
Was soll denn da “vorne“ schon sein?
Ich hatte doch alles verloren, was mein Leben ausmachte, und der Gedanke an eine Zukunft
ohne meinen Mann, mein Zuhause und mein bisheriges Leben, machte mir sogar große Angst.
Nein, ich wollte ganz sicher nicht nach vorne schauen.
Die Zukunft war ein großes schwarzes Nichts für mich. Das Ungewisse.

Alles was ich in dieser Zeit hatte, war meine Hoffnung.
Für die Hoffnung auf eine glückliche Wendung, bin ich zu jener Zeit immer wieder aufgestanden,
für die Hoffnung habe ich weiter geatmet und vor allem habe ich Tag für Tag überlebt.
Die Hoffnung auf eine zweite Chance, war mein Halt in der schlimmsten ersten Phase.
Hätte man sie mir damals genommen, wäre ich vollständig zusammengebrochen
und mein Überlebenswille gleich mit.

Und doch ist die Hoffnung, während einer Trennung, ein zweischneidiges Schwert,
denn sie sollte dir keinesfalls dazu dienen, zu lange an der Vergangenheit festzuhalten.
Wenn die Zeit gekommen ist, ist es wichtig loszulassen und die Realität zu akzeptieren.

Hoffnung ist ein Schutzmechanismus

Am Anfang einer Trennung steht immer die erste Phase
des Nicht-Wahrhaben-wollen und der Verleugnung.
Wir hoffen jeden Tag, dass alles wieder gut werden würde
und alles nur um eine vorübergehende Krise wäre.
In dieser Phase deuten wir jede noch so kleine und, vermeintlich positive, Aussage des Ex-Partners als Bestätigung unserer Hoffnung.
Wir versuchen alles, um den Partner zurück zu gewinnen, selbst wenn dieser sich sogar klar distanziert.

So paradox es auch klingen mag, am Anfang einer Trennung dient dir die Hoffnung als Schutzmechanismus.
In dieser ersten Phase ist Hoffnung ein wichtiger Bestandteil deines Heilungsprozesses und genau so solltest du sie auch betrachten.

Kraft zum durchatmen

Der Gedanke an ein gutes Ende, verschafft dir Zeit um durchzuatmen.
Sie macht den Übergang ein wenig leichter und erträglicher und ist wie eine emotionale Krücke.
Doch, wie man auch nach einem gebrochenen Bein irgendwann wieder ohne Krücken laufen wird, so solltest du auch die “Hoffnungskrücke“ irgendwann ablegen und wieder alleine laufen.

Ähnlich wie bei einem gebrochenen Bein, braucht auch ein gebrochenes Herz seine Zeit, um zu heilen. Doch du kannst sehr viel dafür tun, diese Heilung zu unterstützen und sogar zu beschleunigen.

Nutze die Zeit um Abstand zu gewinnen

Auch wenn du insgeheim noch Hoffnung hast,
solltest du dich vorerst nur um dich selbst kümmern und Abstand schaffen.
Der wichtigste Schritt zur Ablösung, ist immer der Kontaktabbruch zum Ex-Partner.
Nur so schafft man es dauerhaft, die Trennung emotional zu verarbeiten.

Sollte es aus wichtigen Gründen doch nötig sein, mit dem Ex Kontakt aufzunehmen,
z.B. weil es gemeinsame Kinder gibt und Regelungen getroffen werden müssen,
so ist es wirklich sehr zu empfehlen, diese Dinge vorerst schriftlich zu vereinbaren.
Jeglicher persönliche Kontakt reißt deine Wunden erneut auf und meistens verhärten sich die Fronten nur noch mehr.

Mehr Tipps zu diesem Thema findest du in meinem vorherigen Blogartikel hier

Annehmen was Jetzt ist

Bis man die Phase erreicht, in der man die Trennung endgültig akzeptieren kann,
liegt oft ein längerer Weg der Trauer vor uns.
Setze dich nicht unter Druck.
Es ist wichtig die Trauer zu durchleben, damit du sie eines Tages loslassen kannst.
Verlange nicht von dir, dass die Trennung spurlos an dir vorbeigeht.

Eine Trennung ist schmerzhaft und der Schmerz darf auch da sein!
Wenn du ihn weg haben willst und verdrängst, wird er sich nur umso stärker wieder melden.
Alles was du tun kannst, ist es vorerst so anzunehmen wie es derzeit ist.

Es ist wahr, dass du getrennt bist. Es ist wahr, dass es bitterlich schmerzt
und du viel dabei verloren hast.
So ist es derzeit. Nimm es einfach nur an.
Du musst es nicht gut finden oder vergessen, sondern es einfach sein lassen wie es ist,
während du dich um dich selbst kümmerst.
Es ist eine Zeit die du durchstehen wirst. Und es wird nicht immer so sein, wie jetzt!!

Fazit

Hoffnung ist nach dem Ende einer Beziehung,
ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses und ein Schutzmechanismus,
der dir ein wenig Erleichterung und Zeit verschafft,
um deine Gefühle zu sortieren und anzunehmen.

Nutze die Hoffnung für dich, indem du sie als emotionale Krücke siehst, die du allmählich,
Schritt für Schritt, wieder ablegst.

Vielleicht kommt er ja eines Tages zurück, aber ich warte nicht darauf und kümmere mich in der Zwischenzeit nur um mich

So gewinnst du allmählich Abstand und kannst immer besser loslassen.

Dann hilft dir die Hoffnung, die Trennung besser zu verarbeiten
und nicht um an der Vergangenheit festzuhalten.

 

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