Ich weiß genau wie das klingt, wenn man diese Frage hört.
Vor allem dann, wenn man sich vielleicht noch in einer Phase tiefer Trauer befindet,
und sich der Trennungsschmerz Tag für Tag und Nacht für Nacht regelrecht durch die Seele frisst.

Aber mal ehrlich, kannst du dir vorstellen, dass eine Trennung wirklich glücklich machen kann?

Wäre man mir vor Neun Jahren damit gekommen, ich hätte nur den Kopf geschüttelt
und wäre sogar sehr wütend geworden, wegen solch einer Frechheit.

„Was wisst ihr denn schon alle, wie ich mich fühle..
Und behaltet Euren „Kopf Hoch“ Sch… mal schön für Euch.
Mag ja bei anderen helfen, aber doch nicht bei mir…“

Ich war damals Mitte dreißig, als mein Leben im Sommer 2006
von Heute auf Morgen komplett zusammenbrach.
Mein Ehemann hatte mich verlassen.
Nach siebzehn gemeinsamen Jahren, ausgerechnet auf dem Höhepunkt unserer Ehe.

Wir hatten gemeinsam eine Firma aufgebaut und waren damit sehr erfolgreich.
Und gerade erst ein Jahr zuvor, hatten wir unser Traumhaus bezogen.
Unsere beiden Töchter besuchten das Gymnasium und alles lief echt gut für uns.

Und doch wurde ich verlassen

Gab es Anzeichen? Sicherlich.
Aber gesehen habe ich sie nicht. Oder ich wollte sie nicht sehen.
Lief doch alles so gut! Oder?

Klar, es war manchmal anstrengend und der Erfolg tat uns auch nicht immer gut,
vor allem weil wir in vielen Dingen so unterschiedlicher Meinung waren.
Aber, das mein Mann mich gleich verlassen würde..nee darauf wäre ich echt nicht gekommen.
Wir hatten doch alles…

Aber alles, reicht eben manchmal auch nicht.

Und so konnte ich das Ende unserer Ehe nicht aufhalten.
Er hatte entschieden zu gehen.
Schlimmer noch, er tauschte mich einfach aus. Gegen eine jüngere Version.
Es war ausgerechnet die Freundin unserer Töchter.

Na Bravo, das hatte mir gerade noch gefehlt.
Aber das konnte man doch nicht ernst nehmen.
Das ist doch sicher nur eine Phase von ihm…
Aber Nein, es war keine Phase.
Es war sein voller Ernst!

Ich verlor alles, was mein bisheriges Leben darstellte

Für mich war es der ultimative Trip in die Hölle.
Ich stand mit meinen beiden Töchtern allein, auf den Trümmern unserer Ehe.
Meine schöne, heile Welt war zerbrochen.

Ich verlor das Haus, die gemeinsame Firma,
aber vor allem verlor ich meine eigene Identität.
Schlimmer noch, ich stellte fest, dass ich überhaupt keine hatte.

Ich wusste buchstäblich nicht mehr wer ICH, ohne meine Ehe, eigentlich war.

Ich verlor jeglichen Lebensmut, Freunde wandten sich von mir ab,
Selbsthilfe funktionierte nicht mehr.

Ich sag es frei heraus: Es ging mir beschissen!

Ich war Halt- und Orientierungslos und vollständig aus der Bahn geworfen.
Da würde ich nie mehr wieder herausfinden.
Die Enttäuschung und der Schmerz saßen einfach zu tief.

Ich war überzeugt, dass es das nun gewesen war, mit meinem Leben.
Endstation. Aus. Sense.

Ich hatte nie gelernt mir selbst genug zu sein

Schon als Kind klammerte ich mich an meine Bezugspersonen.
Ich hatte früh meine Mutter verloren, sie starb als ich fünf Jahre alt war.
Und so war ich, von Kindheit an, voller Verlustängste
und hatte gleichzeitig das tiefe Bedürfnis nach Bindung und Beständigkeit.

Ohne Beziehung zu sein, war für mich, als wäre ich nicht vollständig da.

Und nun sollte ich allein weiter gehen und alles hinter mir lassen?
Das war unvorstellbar für mich.
Ich weigerte mich loszulassen und stellte mich gegen die Realität.
Ich wollte einfach mein Leben zurückhaben.

Tja, gab’s aber nicht. Da war nix mehr zu machen.

Emotionale Abhängigkeit

Nach acht Monaten und sehr vielen verbrauchten Taschentüchern,
fand ich mich in einer neuen und sehr ungesunden Beziehung wieder.
Ich klammerte mich über Jahre hinweg verzweifelt an dieser Beziehung fest.
Sie gab mir das Gefühl von Halt und war letztlich doch nur eine Illusion.
In Wahrheit verlor ich mich selbst immer mehr und war emotional vollkommen abhängig
von der Liebe und Wertschätzung anderer Menschen.
Aber ich fand sie nicht. Nicht im Außen.
So sehr ich es auch versucht hatte.

Ich fühlte mich wertlos

Ich hatte inzwischen jegliches Selbstwertgefühl verloren und fühlte mich als Versagerin.
Meinem Ex-Mann ging es gut, er war glücklich. Zumindest schien es so.
Das machte mich wütend. Und traurig und wieder wütend.
Ich schwankte hin und her.

Irgendwann hatte ich begriffen, dass ich loslassen
und zu mir Selbst finden musste.

Es dauerte vier Jahre, bis ich den Schmerz überwunden hatte
und aus meinem finsteren Loch hinausklettern konnte.
Ich nahm so ziemlich jeden Umweg, den man nehmen konnte und war ein echt schwerer Fall.

Mein Umfeld hatte mich längst aufgegeben.
Und ich mich, zeitweise, auch.

Es war ein langer Weg, aber alles veränderte sich, als ich anfing nach INNEN zu gehen.

Wer bin ich? Was will ich wirklich vom Leben?
Was sind meine Werte und Glaubenssätze?
Mag ich mich eigentlich? ( Meine Antwort darauf, war damals eindeutig NEIN )
Warum nicht? Woran mache ich meinen Wert fest?

Ich will endlich eine starke Frau sein

Ich wollte zurück ins Leben und ich wollte eine starke Frau sein.
Ich hatte ständig ein inneres Bild vor Augen,
in dem ich mich als starke und emotional unabhängige Frau sah.
Als eine Frau, die sich selbst liebte und wertschätzte.

Ich wollte weitergehen und mein Leben endlich selbst in die Hand nehmen,
ich wollte wieder stolz auf mich sein können.

Und schließlich befreite ich mich aus meiner ungesunden Beziehung
und den inneren Fesseln meiner Vergangenheit.

Schritt für Schritt lernte ich mich selbst kennen und mich anzunehmen.
Ich erkannte meinen eigenen Wert.

Aufbruch in ein neues Leben

Mit der Selbstliebe kam auch allmählich meine Lebensfreude zurück.
Ich hatte einfach wieder Lust auf mein Leben!

Ich hatte wieder Spaß, ging zum Sport, in die Sauna und spürte mich einfach wieder.

Heute bin ich wieder glücklich und habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite,
mit dem ich, zum ersten Mal, eine Beziehung auf Augenhöhe führe.
Getragen von Liebe und Respekt.
Und seit letztem Sommer, bin ich sogar wieder verheiratet :-) Wer hätte das gedacht…

Dieser Mann wäre mir wohl nie begegnet, wenn ich mich selbst aufgegeben hätte
und weiterhin in Selbstzweifel versunken wäre.

Trennung macht glücklich :-)

Zurück zu meiner provokanten Frage.Kann eine Trennung wirklich glücklich machen?

Ich sage JA!

Nicht gleich und sofort, aber wenn du durch diese Herausforderung gegangen bist,
wirst du daran gewachsen sein und erkennen können, wie stark du geworden bist!
Es braucht alles seine Zeit, aber es geht vorüber und es wird besser!
Ich habe es erlebt!
Der erste Schritt heraus, ist der Blick nach Innen.

Das größte Geschenk meiner Scheidung war, die Begegnung mit mir selbst.

Ich bin heute so dankbar, für diese Chance.
Ich durfte werden, was ich mir sehnlichst wünschte.
Eine starke und emotional unabhängige Frau zu sein!

Vor allem habe ich nun eine EIGENE Identität,
die sich nicht mehr über den Partner oder äußerer Umstände definiert.

Ich bin endlich ICH und ich bin stärker als je zuvor!

Es war kein Spaziergang, aber der Weg hat sich gelohnt!

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Wenn du mehr erfahren möchtest oder dir auch etwas auf dem Herzen liegt, schreib mir einfach.
Ich freue mich von dir zu hören!

Alles wird gut ♥

Deine Tina

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